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letzte Aktualisierung:
2017-03-22 08:50


Reiseberichte

Südfrankreich 9. - 15. September 2000
Reisebericht Südfrankreich
Statue eines Stierkämpfers in Nimes
Über ein Jahr nachdem wir unsere Reise nach Südfrankreich unternommen haben, möchte ich nun auch endlich zu dieser Reise einen Bericht verfassen. Wir haben in den 12 Tagen viel erlebt und ich meine, es lohnt sich darüber zu berichten.

Nach einem Jahr ist es nicht mehr so einfach, sich an alle Details zu erinnern, doch ich will versuchen, die wesentlichen Dinge noch zusammen zu bekommen.

Wir starteten am 4.9.2000 mit dem Auto gegen 8 Uhr am Morgen.
Wir - das sind übrigens Jana, Jens und ich - René.
Zu dritt und einem Ford Mondeo konnte die Reise beginnen.

Am Morgen erreichte uns noch die Nachricht, dass es in Frankreich mit Benzin knapp werden könnte, doch schenkten wir der Meldung keine besondere Beachtung. Unser Start war geplant und wir liessen uns nicht mehr aufhalten.

Hinweis: Die Bilder der folgenden Seiten, sind unter fotografie größer zu sehen!

Und nun viel Spass beim Lesen...
1.Tag - Montag 04. September 2000
Reisebericht Südfrankreich
Bögen des Amphitheaters in Arles
Wir starteten, wie schon erwähnt, am Montag Morgen. Unser Plan war es (wir hatten eigentlich gar keinen richtigen Plan), erst einmal Richtung Südfrankreich zu fahren. Es gab noch kein richtiges Ziel.

Zuvor hatten wir uns zwar im Internet und in verschiedenen Reiseführern umgeschaut, wir wollten Frankreich (meine erste Reise dorthin) jedoch auf eigene Faust erkunden.

Unsere Fahrt führte uns ohne größere Probleme über die Schweiz bis zu unserem ersten richtigen Halt in der Nähe von Lausanne. Dort machten wir uns in einem Rastplatz breit und wahrscheinlich hätte man, wäre es nicht schon so dunkel gewesen, einen wunderbaren Blick über den Lac Leman gehabt.

Etwas Müdigkeit machte sich schon breit, doch wollten wir noch ein gutes Stück fahren, um so viel Zeit wie möglich im warmen Süden zu verbringen.

Kurz nach unserem Aufenthalt waren wir auch schon in Frankreich und machten Bekanntschaft mit der ersten Mautstation. Zum Glück hatten wir aber eine Kreditkarte dabei, ohne welche das Autofahren in Frankreich ziemlich unmöglich ist.

Kurz nach der Grenze nahm ich Jens das Steuer aus der Hand und wir fuhren weiter in Richtung Grenoble, welches wir auch hinter uns liessen.
2.Tag - Dienstag 05. September 2000

Kurz hinter Grenoble verliessen wir die Autobahn. Mittlerweile war es 2 Uhr Morgens und wir waren nun seid über 18 Stunden unterwegs. Die Strasse war sehr gut, wie übrigens so ziemlich alle Strassen in Frankreich, doch wurde sie immer schmaler und es ging nur noch bergauf und bergab - natürlich immer per Serpentinen.

Irgendwann hatte auch ich dann genug und wir entschieden uns, einige Stunden im Auto zu schlafen. Wir hatten auch einen idealen Ort gefunden - ein kleines Plateau. In der Nähe rauschte ein Wasserfall, den wir durch die Dunkelheit aber nicht sehen konnten. Wir hatten es nicht erwartet, doch sind wir schliesslich nach kurzer Zeit eingeengt im Schlafsack im Auto eingeschlafen. Als wir am nächsten Morgen erwachten, uns die Zähne mit Mineralwasser geputzt hatten, entdeckten wir auch den Wasserfall, welcher sich als Abwasserstrom des über uns liegenden Dorfes entpuppte.
Reisebericht Südfrankreich
In den französischen Alpen
Reisebericht Südfrankreich
In den französischen Alpen
Reisebericht Südfrankreich
Corps
Der Hunger war nun groß und ein Kaffee konnte auch nicht schaden, also fuhren wir in die nächste größere Ortschaft - Corps (hier sollten wir im Laufe unserer Reise noch einmal landen).

Da es nun hell war, konnten wir endlich einen ersten Eindruck von der Umgebung sammeln. Riesige Berge, weite Hochebenen - wir waren mitten in den französischen Alpen und mit all ihrem Charme zogen sie uns in ihren Bann.

In Corps angekommen suchten wir erst einen Bankautomaten und dann einen Laden - es gab keinen. Schliesslich entschieden wir uns für ein kleines Kaffee, wo wir erst mal gleichnamigen Muntermacher tranken.

Der Hunger war dadurch aber noch nicht gestillt, also ging es mit dem Auto weiter zum nächsten Supermarkt. Unser erstes Frühstück nahmen wir in freier Natur zu uns.
Trotzdem es am Morgen nicht so aussah, wurde das Wetter sehr sonnig und warm. Schon nach kurzer Zeit waren alle Wolken vom Himmel verschwunden.
Reisebericht Südfrankreich
Erstes Frühstück in Frankreich
Reisebericht Südfrankreich
In den Französischen Alpen
Reisebericht Südfrankreich
Unser zuverlässiger Mondeo
Das Benzinproblem
Reisebericht Südfrankreich
Kleine Gasse in Arles
Wir fuhren weiter in Richtung Gap und Orange. Und es trat ein, was wir am Tag zuvor nicht glauben wollten - der Streik der LKW-Fahrer und die Blockade der Raffinerien hatte tatsächlich bewirkt, dass es kaum noch Benzin gab. Etwas, was man sich kaum vorstellen konnte.

Dieser Umstand änderte unsere Planung (wir wollten uns eigentlich ein Ferienhaus auf dem Land suchen) und wir überlegten uns, die Tage, bis es wieder Benzin gab, in einer größeren Stadt zu verbringen, damit wir auch einiges ohne Auto erleben könnten. Ein zurück gab es nun auch nicht mehr, soweit hätte unser Benzin nicht mehr gereicht.

Unsere Wahl fiel auf die Stadt Arles, mitten im Naturschutzgebiet der Camargue gelegen und ganz in der Nähe vom Meer.

Und unsere Entscheidung entpuppte sich als genial. Wir waren nur kurz in der Stadt und sofort von ihrem Charme verzaubert.

Auch im Nachhinein kann ich nur sagen, dass wir gut daran taten, uns ein Zimmer in der Stadt zu suchen, da wir sonst sicher nicht so viel erlebt hätten.
Zimmersuche in Arles

Als erstes stand natürlich die Zimmersuche auf dem Plan, was nicht so einfach war, weil wir ja möglichst wenig Geld ausgeben wollten. Wir gingen also erst einmal zur Touristeninformation, was uns übrigens auf der ganzen Fahrt sehr geholfen hat.

Wir erhielten ein Verzeichnis der Unterkünfte in Arles und versuchten es als erstes auf einem Campingplatz. Zwei Stunden und drei Hotels später hatten wir endlich unser Zimmer gefunden. Wir buchten gleich für drei Nächte, in der Annahme, dass es dann ja wieder Benzin geben wird und wir in die nächste Stadt weiterfahren könnten.

Durch die Hotelsuche lernten wir schon einen Teil dieser schönen Stadt kennen. Unser Auto fuhr durch Gassen, welche nicht viel breiter waren als es selbst.
Reisebericht Südfrankreich
Blick aus unserem Zimmer
Reisebericht Südfrankreich
Strasse vom Hotel zum Theater
Reisebericht Südfrankreich
Treppen des Amphitheaters
1. Nachmittag in Arles

Unser Zimmer war nicht groß, trotzdem war es gemütlich und Jens bekam ein Beistellbett. Die drei Betten standen dann direkt nebeneinander und ringsherum war noch ein halber Meter zum Laufen. Interessant war die Sitzbadewanne (ca. 1m lang), wenn man darin sass, musste man sich schon anstrengen, damit mal alle Körperteile nass wurden. Das Zimmer war aber mehr als ausreichend, da wir ja nicht vorhatten uns länger darin aufzuhalten.

Am Nachmittag erkundeten wir erst mal die Stadt. Ein Essen bei Mc Donalds stillte den Hunger und wir entdeckten das Amphitheater und einige andere interessante Sehenswürdgkeiten. Wir kauften uns eine Sammeleintrittskarte und suchten einen Laden, wo wir uns mit einigen Flaschen Wein für den Abend eindeckten.
Ausser den antiken Bauten hat Arles noch einiges an alten Gassen und Plätzen zu bieten. Jedenfalls genug, um sich hier einige Tage aufzuhalten.
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Am Amphitheater
Reisebericht Südfrankreich
Typische Fassade
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Kleiner Platz in Arles
Erster Abend in Arles
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Place de la République
Nachdem wir nun unsere erste Erkundung hinter uns hatten und doch ziemlich geschafft waren, woran nicht zuletzt die Hitze schuld war, kehrten wir erst einmal ins Hotel zurück, um ein wenig auszuruhen, bevor wir Abends nochmal los wollten.

Wir wollten dann auch noch etwas trinken und einen kleinen Snack zu uns nehmen, also suchten wir ein gemütliches Café und landeten schliesslich im -Van Gogh-. Das -Van Gogh- wurde übrigens zu einem wichtigen Orientierungspunkt in Arles. Egal wo und wie wir uns verlaufen hatten - nach einigen Gassen und Richtungswechseln kamen wir immer wieder zu diesem Café. Von dort aus fanden wir auch leicht zum Hotel.

Wir bestellten uns je einen Salat. Ich und Jens entschieden uns für ein Bier, welches wir uns nach der langen Fahrt wohl verdient hatten. Wir bestellten also zwei große Bier, nicht ahnend, dass wir dann zwei große Maß Bier bekommen würden. Da sassen wir nun mit je einem Liter. Wir mussten schon lachen, als ich den Kellner mit den großen Gläsern ankommen sah. Ich kam mir vor wie in Bayern. Es schmeckte aber einfach wunderbar. Nach der Anstrengung der letzten zwei Tage hatten wir dann aber schon fast genug.

Nach dem -Van Gogh- blieben wir mit ein oder zwei Flaschen Wein noch eine ganze Weile auf dem Place de la République, bis wir im lauen Abendwind ins Hotel zurückkehrten.
3.Tag - Mittwoch 6. September 2000

Am Morgen kamen wir erst recht spät aus dem Bett. Erst mal ein Kaffee - wir hatten unseren Wasserkocher mitgenommen, damit wir morgens überhaupt in Gang kommen konnten.

Wir setzten unsere Erkundung in Arles fort und nutzten auch gleich unsere Sammeleintrittskarten. Unter anderem schauten wir uns im mitten in der Stadt gelegenen Kloster Saint Trophime um, welches schon einige hundert Jahre auf dem Buckel hat.

Danach schauten wir noch in den Ruinen der Thermen des Constantin vorbei. Bilder von dort und dem Kloster findet Ihr auf den nächsten Seiten.
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Jana, ich und Jens
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Die Dächer von Arles
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Boulevard des Lices
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Im Kloster Saint Trophime
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Kreuzgang
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Im Kloster Saint Trophime
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Ich, Jana und Jens im Kloster
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Kloster Saint Trophime
Zwischen den kulturellen Einlagen hatten wir auch ein wenig Urlaub. Dann legten wir uns einfach in einen Park oder setzten uns auf einen Platz.

Irgendwann erfuhren wir, dass es wohl an einer Tankstelle noch Benzin geben würde und wir machten uns zu Fuss auf den Weg dorthin, doch leider wurden wir enttäuscht. Aber nicht so schlimm - wir hatten unser Zimmer und die Stadt war herrlich. Das Wetter war gut und was wollte man mehr.

Am Abend setzten wir uns wieder mit einigen Schlucken Wein an den Brunnen auf dem Place de la Républic und liessen es uns gut gehen.

Der Wein den wir kauften, war übrigens ein ganz einfacher Tafelwein, den es in Plastikflaschen gab. Natürlich nicht gerade das, was der Gourmet bevorzugt, aber trotzdem sehr süffig und so ging es uns dann eben auch jeden Abend. Wir waren gut beieinander und hatten sehr viel zu lachen und viel Spaß.

Abends liess es sich auch gut im freien sitzen. Am Tag war es uns schon manchmal zu warm, wir verstanden sehr gut, dass die Strassen um die Mittagszeit wie ausgestorben waren. Nur wir dummen Touristen setzten uns der Sonne aus.
4.Tag - Donnerstag 07.September 2000

An diesem Tag stand der Besuch des imposantesten Gebäudes in Arles auf dem Programm - dem Amphitheater. Die alten Gemäuer machten schon einen mächtigen Eindruck auf uns und ein wenig konnte man die gute alte Zeit riechen.

In diesem Aphitheater, welches immer noch in hervorragendem Zustand ist und genutzt wird, wurden auch einige Filme, wie zum Beispiel -Ronin-, gedreht.

Im Theater wurde gerade fleissig gearbeitet und eine Kulisse aufgebaut. Dadurch wurden wir auf ein am Wochenende stattfindendes Fest aufmerksam - das Feria du Riz (Reisfest). Wir konnten uns nicht so viel darunter vorstellen, sahen aber, dass es eine Oper und Stierkämpfe im Amphitheater geben würde.
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Thermen des Constantin
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Im Amphitheater
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Im Amphitheater
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Amphitheater in Arles
Stierkämpfe - oft geächtet, aber man sollte ja nichts verurteilen, was man nicht selbst schon erlebt hat, also sahen wir uns nach Karten um. Die Kartenkasse hatte erst Nachmittags wieder offen und die Karten waren recht teuer, doch das war es uns wert.

Das größere Problem war aber unser Zimmer, wir hatten ja nur noch eine Nacht gebucht, und fürs Wochenende waren ja eine Menge Gäste zu erwarten. Wir also schnell zurück ins Hotel und nach dem Zimmer gefragt. Es war schon vergeben, aber das Glück wollte, dass eine Etage höher noch ein Zimmer frei war, wir also am nächsten Tag nur eine Treppe höher ziehen mussten.

Da ein Ende des Benzinstreiks immer noch nicht in Sicht war, entschieden wir uns gleich noch für weitere drei Übernachtungen, also bis zum Montag.

Schliesslich kauften wir uns noch die Karten für den Stierkampf (am Sonntag) und nahmen uns vor, die Oper (am Freitag) wenigstens vor dem Theater zu erleben.

Im Reiseführer stand auch, dass in dieser Ecke Frankreichs die Stierkämpfe unblutig vonstatten gehen und so machten wir uns darüber vorerst keine Gedanken.
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Im Amphitheater
Reisebericht Südfrankreich
Blick vom Amphitheater
Reisebericht Südfrankreich

Reisebericht Südfrankreich
Detail Amphitheater
5.Tag - Freitag 08.September 2000

Morgens stand natürlich erst einmal der Umzug in unser neues Zimmer an. Bis auf dass wir unsere Sitzbadewanne gegen eine Dusche tauschen mussten, änderte sich aber nicht viel.

Heute machte auch wieder das Gerücht den Umlauf, dass es wieder Benzin geben würde, aber nur mit Berechtigungsschein und den hatten wir ja nicht.

Trotzdem wollten wir heute mal etwas rausfahren, schliesslich war es zum Meer nicht weit und die Camargue hatte auch einiges zu bieten. Die Camargue ist ein Naturschutzgebiet, welches direkt am Rhône-Delta liegt. Hier werden Stiere in freier Wildbahn gehalten und nebenbei wird auch noch Salz aus Meerwasser gewonnen.
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Salzsee in der Camargue
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Salzberg
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Am Meer
Am Meer
Um zum großen Wasser, dem Mittelmeer, zu kommen, mussten wir die Rhône mit einer Fähre überqueren. Der Strand, den wir fanden war herrlich. Bis auf einige wenige Wohnwagenbesitzer war weit und breit kein Mensch zu sehen, der Sand war weiss und das Wasser himmelblau.

Wir machten uns drei Stunden lang in der Sonne breit, was wir später ein wenig bereuten, wir hatten uns einen schönen Sonnenbrand zugezogen, nahmen es aber locker und spülten es mit einem Glas Wein herunter.
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Jens
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Wenig los am Strand
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Genau hinschauen: Flamingos
Die Stiere
Auf dem Rückweg vom Mittelmeer nach Arles warfen wir noch einen Blick auf die einmalige Natur der Camargue, eine kleien Strasse machte es möglich.

Neben weiten Eebenen und meterhohem Schilf konnten wir auch einige Stierherden entdecken. Ein gewaltiger Anblick, zum Glück befand sich an der Strasse ein Elektrozaun, die Stiere starteten aber auch keine Angriffe, etwas mulmig war uns aber trotzdem. Dann entdeckten wir noch einen alten Bauernhof, den wir uns etwas genauer ansahen und schliesslich machten wir uns auf den Weg zurück, um noch rechtzeitig vor der Oper am Amphitheater zu sein.
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Domaine de la Palissade
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Stiere
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Noch mehr Stiere
Die Oper -L'Arlesienne-
Wir plazierten uns wie geplant direkt auf der Treppe vor dem Amphitheater. Die ganze Stadt war in einem Partyzustand. Etliche Leute strömten zum Theater. Darunter auch viele in der traditionellen Tracht der Bürger. Ein schöner Anblick.

Die Oper war ebenfalls ein traditionelles Stück, mit allem, was zu einer guten Oper gehört: Stiere, Pferde, viele Statisten und den Rest konnte wir leider nicht sehen, da wir ja draussen sassen.
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Vor dem Theater
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Auf der Treppe
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Die Besucher
Arles bei Nacht

Arles hat schon am Tag einiges zu bieten, am Abend wird es noch besser und am Wochenende des -Feria du Riz- wird alles noch prächtiger.

Überall Menschen, die ganze Nacht wir durchgefeiert, es kehrt keine Ruhe ein. Die Musik läuft die ganze Nacht, doch das störte uns nicht mehr, als wir total erschöpft in die Betten fielen.

Am Abend waren nach der Oper auch schon Stierkämpfe in der Arena und wir konnten von aussen beobachten, wie gerade ein getöteter Stier herausgebracht wurde. Also nichts mit unblutigen Wettkämpfen. Anschliessend wurde der Stier gleich ausgeweidet. Nach diesem Anblick war uns schon ein wenig anders, doch unser Plan, zum Stierkampf zu gehen, bestand weiterhin.
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6.Tag - Samstag 9.September 2000
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In Aix en Provence
Am Samstag wollten wir auf Rat eines guten Freundes einen Ausflug zu der kleinen Fischerstadt Cassis machen, doch hatten wir immer noch kein Benzin. Wir wollten also als erstes Benzin besorgen.

Aber es wartete eine Überraschung auf uns. Wir standen auf - die Feier war immer noch in vollem Gange - und begaben uns zum Auto, welches kaum noch als dieses wiederzuerkennen war. Nach dem ersten Schreck und nochmaligem Hinsehen, entpuppte sich alles als eine Mischung aus Toilettenpapier, Wasser, Eiern und einigen anderen Flüssigkeiten. Ein Schaden ist aber nicht entstanden. Auch war unser Auto nicht das einzige, welches so aussah.

Also auch gleich noch zur Waschanlage - lag ja auf dem Weg. An der Tankstelle angekommen, erblickten wir eine riesige Schlange. Wir säuberten erst einmal das Auto. Eigentlich hätten wir gar kein Benzin bekommen dürfen, doch unser Charme brachte eine Politesse dazu uns vorzulassen. So war der Ausflug gerettet. Es gab endlich wieder Benzin und wir waren ziemlich sicher, dass es einen Tag später wieder Benzin für alle geben würde.

Unser erster Stop auf dem Weg nach Cassis führte uns in die wunderschöne Stadt Aix en Provence.
Aix en Provence

Zu Aix en Provence gibt es eigentlich nicht allzu viel zu sagen, bis auf das es eine sehr schöne Stadt ist, aber nicht ganz mit dem Charme von Alres aufwarten kann.

Auch Aix hat mit einer Menge alter, wunderschöner Gebäude aufzuwarten. Nebenbei wurden wir noch Zeuge von einer Taufe in einem alten Kirchengewölbe und den Aufräumarbeiten nach einem typischen Markttag. Nach einem Bummel durch die Innenstadt, genossen wir noch ein Getränk (kann mich nicht mehr erinner, welches) in einem Strassencafé, bevor wir unsere Tour nach Cassis weiterführten.

Auf dem Weg nach Cassis hielten wir gleich noch einmal an einer Tankstelle. Jetzt war die Lage schon etwas entspannter, wir hatten mit unserer Vermutung also recht gehabt.
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La Rotonde
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Le Course Mirabeau
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Typische Strasse in Aix
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Brunnen des Königs René
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Toilette
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Kirche St. Jean de Malte
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Vor der Kathedrale
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Kathedrale St. Sauveur
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Nach dem Markt
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Rathausplatz
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Cassis
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In Cassis
Cassis entpuppte sich tatsächlich als ein malerisches Fischerdorf, auch wenn die vielen Touristen etwas störten. Naja, wir waren ja selbst Touristen.

Cassis hat unter anderem Palmen, einen ,hier doch sehr überlaufenen, Strand und eine wunderschöne Einrahmung durch steil aufragende Berge zu bieten. Einige hundert Meter entfernt schaffte sich das Meer, ähnlich den Fjorden, einen Zugang zum Land. Diese Fjorde waren voller Schiffe, welche hier angelegt hatten.

Nach einem Zwischenstop in einer Strandbar und einem ausgedehnten Spaziergang machten wir uns zurück nach Arles. Unterwegs streiften wir kurz Marseille, wovon wir aber kaum etwas mitbekamen, da die Autobahn unter der Stadt durchführt.

In Arles war alles am feiern und wir schlossen den Abend wie jeden Abend mit einigen Schlucken Wein. Diesmal lauschten wir einigen Reggaeklängen, welche live auf dem Place de la Républic gespielt wurde.
7.Tag - Sonntag 10.September 2000
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Friedhof in Arles
Heute war er also, der Tag, an dem wir unseren ersten Stierkampf sehen sollten. Bis dahin waren aber noch einige Stunden Zeit und wir widmeten uns noch einmal den kulturellen Dingen in Arles.

Als erstes machten wir einen Abstecher zum Friedhof. Diese Angewohnheit konnte natürlich auch in Arles nicht ausgelassen werden. Anschliessend besuchten wir die -Les Alyscemps-, eine jahrhunderte Alte Straße, welche schon van Gogh inspiriert.

Das Reisfest war immer noch in vollem Gange. Überall wurde Paella gekocht. Leider wurde uns so auch überall, wo wir etwas essen wollten, Paella angeboten. Wir hatten darauf aber gar keine Appetit. Schliesslich konnten wir den Kellner aber überreden, uns etwas anderes zu bringen.

Kurz nach 12 Uhr in der größten Hitze besuchten wir noch das antike Theater, welches gleich neben dem Amphitheater steht.

Und schliesslich war es dann so weit - der Stierkampf wartete...
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Wasserspeier
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Les Alyscamps
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Les Alyscamps
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Paellakoch
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Paellakoch
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Antikes Theater
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Antikes Theater
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Tauben
Corrida de Toros
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Im Amphitheater
Um 17 Uhr begann der Stierkampf. Wir waren ca. eine halbe Stunde vorher da und nahmen unsere Sitzplätze in einer der oberen Reihen ein. Weiter unten kosteten uns die Karten zu viel und für unseren ersten Stierkampf sollte es auch ausreichen, so war man nicht ganz so nah am Geschehen.

Während der Kämpfe sollten sechs Stiere getötet werden. Es wurde einer mehr, da ein Stier sich selbst an der Wand das Genick gebrochen hatte.

Schon nach dem ersten Kampf stellten wir fest, das alles nicht so schlimm ist, wie es immer dargestellt wird. Der Stier hat nicht lange zu leiden. Ausserdem leben die Stiere in der Camargue das ganze Leben lang in Freiheit. Der Tod kommt schnell, wenn der Kämpfer präzise arbeitet, wenn nicht, wurde dies vom Publikum hart bestraft. Und in dieser Gegend ist es eine Tradition, was in allen Gesten des Publikums und der Kämpfer zum Ausdruck kam. Wenn man einen Stierkampf auf diese Weise, in solch historischer Umgebung erst einmal gesehen hat, kann man sich dem Zauber, der Ästhetik, dem Kampf der zwei Rivalen, kaum noch entziehen.

Ich denke dieser Nachmittag hat uns drei zu wahren Stierkampffans gemacht, auf jeden Fall würden wir es uns in dieser Umgebung wieder ansehen. Nach dem Kampf gingen wir noch etwas durch die Stadt. Überall wurde nun frisches Fleisch der erlegten Stiere angeboten. Einen ganzen Kopf mit Hörnern hätte man kaufen können.
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8.Tag - Montag 11.September 2000

Es hiess nun Abschied nehmen von Arles. Das -Feria du Riz- war ausgeklungen und wir waren froh über dieses wunderbare Wochenende. Besser konnte man Südfrankreich wohl nicht kennenlernen.

Da es nun aber wieder Benzin gab, zogen wir weiter, um noch einen Eindruck von anderen Städten zu bekommen.


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Papstpalast in Avignon
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Papstpalast in Avignon
In Arles starteten wir früh am Morgen. Unsere Fahrt sollte uns bis zum Abend nach Nîmes führen. Unsere letzte Station des Südfrankreichurlaubs sollte dann in Montpellier sein, wo wir eine Freundin von Jana treffen wollten.

Auf dem Weg nach Nîmes machten wir einen Zwischenstop in Avignon, wenigstens den Papstpalast wollten wir uns anschauen, was wir dann auch taten.

Naja, wenn man nun Papstpalast hört, erwartet man einiges und wir hatten wahrscheinlich etwas zu viel erwartet. Das Gebäude selbst ist natürlich riesig und überragt die ganze Stadt. Hier lebten immerhin 9 Päpste im Exil.

Von aussen war es auch wirklich ein wahrer Palast, schade nur, dass es im Innern recht traurig aussah. Das meiste wurde während der französischen Revolution zerstört und auch als Kaserne genutzt. Im Innern durfte man leider nicht fotografieren.

Auf dem Weg von Avignon nach Nîmes kommt man dann fast direkt am Punt du Gard vorbei, einem riesigen Aquädukt, welches eines der besten Beispiele der römischen Baukunst darstellt. Nach ein wenig Kletterei bot sich uns auch der komplette Anblick der Brücke. Unglaublich, dass man solche Bauwerke allein für den Wassertransport errichtete.
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Am Papstpalast in Avignon
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Am Papstpalast in Avignon
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Am Papstpalast in Avignon
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Blick auf die Rhône
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Pont du Gard
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Pont du Gard
Aufenthalt in Nîmes
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Torrero in Nîmes
Auch hier stand natürlich als erstes die Zimmersuche auf dem Programm, dazu mussten wir aber erst mal die Touristeninformation finden. Dies war nicht so leicht, doch schliesslich fanden wir sie und auch unser Zimmer hatten wir dann bald.

Diesmal war das Zimmer etwas grösser, aber wir wollten ja nur eine Nacht hierbleiben. Interessant war auch die Garage, welche zum Zimmer gehörte. Da es in Nîmes auch sehr schlecht mit Parkplätzen aussieht, fuhren wir nun mit Hilfe eines Hotelangestellten zu dieser Garage. Zwei Strassen vom Hotel entfernt bogen wir in einen Keller eines normalen Wohnhauses ab. Der Parkstand war dann auch wirklich eine Art Keller, mit Brettern umbaut. Die Zufahrt war äusserst eng, doch schliesslich stand das Auto sicher und wir konnten zum Hotel zurücklaufen.

Nîmes hat, ähnlich wie Arles, einiges an anitken Bauten zu bieten. Erstaunlich auch hier der sehr gute Erhaltungszustand. Auch in Nîmes gibt es noch ein Amphitheater und wenn wir gewollt hätten, hätten wir uns hier am nächsten Wochenende wieder Stierkämpfe anschauen können.

Am Abend und am nächsten Morgen schauten wir uns etwas in den Strassen und Parkanlagen der Stadt um, bevor wir nach Montpellier weiterfuhren.
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Place du Marche
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Maison Carrée
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Amphitheater
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Amphitheater
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Maison Carrée
9.Tag - Dienstag 12.September 2000
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Medizinische Fakultät
in Montpellier
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Auf dem Markt
Der Dienstag war dann immer noch sehr sonnig. Da wir erst am späteren Nachmittag in Montpellier sein wollten, machten wir noch einen Abstecher nach La Grande-Motte, einem Urlauberort am Mittelmeer.

Auch hier war der Strand relativ leer (er war auch recht groß) und so legten wir uns noch für einige Stunden in die Sonne.


Sonst kann man La Grande-Motte nicht empfehlen. Es ist eigentlich eine Ansammlung von großen Betonklötzen, die wohl als Hotel genutzt werden.
Aufenthalt in Montpellier

In Montpellier angekommen trafen wir uns als erstes mit Janas Freundin Katharina. Diese war gerade zu einer Sprachreise hier in Frankreich. Sie hatte eine kleine Wohnung, in der wir dann auch übernachten sollten.

Katharina zeigte uns dann am Abend noch etwas von der Stadt, wir gingen noch einmal schön essen und am nächsten Morgen traten wir unsere Rückfahrt an. Und als wenn es das Wetter gewusst hatte - es war plötzlich nicht mehr sonnig, einige Wolken hatten den Himmel verdunkelt.

Ab Montpellier lenkte ich den Wagen eine ganze Weile Richtung Deutschland. Wir waren alle noch sehr erschöpft von der letzten Nacht, doch irgendjemand musste ja fahren.

10.Tag - Mittwoch 13.September 2000

Auf der Rückfahrt wollten wir nicht wieder im Auto übernachten, sondern entschieden uns für einen Zwischenstop in Corps in den französischen Alpen. Hier nahmen wir ein Zimmer und ruhten uns schon etwas von den vergangenen Tagen aus.

Die Nahrungssuche in Corps gestaltete sich als etwas schwierig, da es keinen einzigen Laden gab, nur teure Hotelrestaurants. So mussten wir erst eine ganze Weile durch die Berge fahren, bis wir dann endlich einen Laden gefunden hatten.

11.Tag - Donnerstag 14.September 2000

Wir fuhren weiter bis nach Grenoble, wo wir uns in einem Supermarkt noch mit typischen französischen Produkten (Wein) eindeckten und auch einige Mitbringsel kauften, bevor wir weiter in Richtung Deutschland fuhren.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir in der Nähe von Stuttgart, wo uns Sandy (eine liebe Freundin) aufnahm.

Am Freitag schliesslich schafften wir unsere letzte Etappe und kamen erschöpft in Cottbus an. Eigentlich hätten wir jetzt Urlaub gebraucht.
Ende
 
Noch diese letzten Worte: Diese Reise würde ich sofort wieder machen...

Diese Seiten wurden von René Schlesinger erstellt.
Sämtliche Bilder wurden von René aufgenommen.

Kontakt:

e-mail: webmaster@schlesi-web.de

Vielen Dank an Jens, da er sein Auto zur Verfügung stellte, an Sandy, weil sie uns so mütterlich aufgenommen hat, an Katharina, weil sie uns Montpellier und kleine Wohnungen gezeigt hat, an Jens' Eltern, weil sie uns auf dem Rückweg noch Pizza und Kaffe servierten.
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